Elektroauto für den Langgönser Gemeindeboten

Voraussichtlich ab April 2016 wird der Langgönser Gemeindebote mit einem Elektroauto unterwegs sein und gemeindliche Post zu den Einwohnern bringen oder frischgekochtes Mittagessen aus der Kindertagesstätte in Niederkleen zu den Tagestätten in Dornholzhausen, Oberkleen und Cleeberg transportieren. Ein entsprechender Beschluss wurde jetzt vom Langgönser Gemeindevorstand gefasst.

Zuvor wurden über einen längeren Zeitraum durch den Gemeindeboten fünf verschiedene Elektroautos auf ihre Praxiseignung hin getestet. Die Wahl fiel schließlich auf einen „Renault ZOE Life“, der nicht nur die geforderten Ansprüche erfüllt, sondern auch mit dem günstigsten Angebot aufwarten konnte.

Im Rahmen des dreijährigen Leasingvertrages kann das Fahrzeug neben dem Gemeindeboten auch von anderen Bediensteten für Dienstfahrten genutzt werden. Es wird davon ausgegangen, dass mit den ZOE eine jährliche Strecke von 15.000 km zurückgelegt wird.
Für die Dauer des Leasingvertrages erhält die Gemeinde Langgöns einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 250 € = 9.000 € durch die EAM Energieeffizienz Kommunal Mitgestalten gGmbH. Gleichzeitig entfällt die bis jetzt gezahlte Fahrtkostenerstattung an den Gemeindeboten. Insgesamt wird für den Langgönser Gemeindehaushalt mit einer jährlichen Kostenersparnis von rund 1.500 € gerechnet.

Offizielle Übergabe des Elektroautos an den Gemeindeboten

Bild Auto

Langgöns (ikr). Die Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge vor dem Langgönser Rathaus gibt es schon länger – nun verfügt die Gemeinde auch über ein eigenes Elektroauto. An der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs an den Gemeindeboten Otmar Rücker am Dienstagmorgen nahmen neben Bürgermeister Horst Röhrig und Umweltberater Uwe Müller auch Axel Jankowski vom EAM EnergieNetz Mitte, Christoph Löchel und Thomas Göttig vom Renault Autohaus Wahl sowie Anja Asmussen von der SPD als eines der vier Mitglieder des Energiebeirats Langgöns teil.

Seit drei Tagen fährt Otmar Rücker das Auto, einen rein elektrisch betriebenen Renault ZOE mit 88 PS. "Bisher gab es kein Problem", berichtete der Gemeindebote zufrieden. Mit dem Auto fährt er täglich unter anderem Mittagessen für mehrere Kindergärten in Langgönser Ortsteilen aus, das zuvor in der Kita in Niederkleen gekocht wurde. Rund 50 bis 60 Kilometer kommen am Tag so zusammen. Am Mittag parkt er den Wagen an der Stromtankstelle vor dem Rathaus, wo dieser wieder aufgeladen wird. Der Akku schaltet sich automatisch ab, wenn er vollgeladen ist, so dass der Wagen problemlos bis zum nächsten Morgen an der Station angeschlossen bleiben kann. "Es ist eine Win-Win-Situation", zeigte sich der Bürgermeister begeistert. „Die öffentliche Hand muss ein Stück weit vorangehen, um einen Markt für Elektroautos zu schaffen“, betonte er. Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei die Anschaffung des Elektroautos sinnvoll: Zum einen gibt es über 36 Monate eine Förderung durch die EAM mit 250 Euro im Monat. Die Leasingraten liegen zwar höher, "unterm Strich ist das Elektroauto aber günstiger als ein herkömmlicher Wagen", betonte Röhrig. Thomas Göttig betonte, dass die Gemeinde für den Renault  ZOE in den Genuss einer Sonderleasingrate komme. Außerdem wird das Auto mit Strom aus der gemeindeeigenen Fotovoltaikanlage auf dem Rathaus gespeist, die zwei Drittel für die Eigennutzung produziert. Dabei ist dieser Strom günstiger als der Preis von rund 30 Cent pro Kilowatt (kW) für den regulären Stromkunden. Axel Jankowski und Thomas Göttig erläuterten, dass der Akku des Elektroautos eine Aufnahmefähigkeit von 22 kW habe. Die Reichweite betrage (theoretisch) bis zu 240 km. Somit würden die Kosten für 200 km bei rund sechs Euro liegen - und für die Gemeinde entsprechend sogar niedriger wegen der Nutzung des selbst produzierten Stroms. Wie viel der Wagen genau verbraucht, wird sich erst nach einigen Wochen der Nutzung  sagen lassen.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass man in der Vergangenheit seitens der Gemeinde schon verschiedene Elektroautos getestet habe, "das war aber nicht so gut gelaufen", bedauerte er. Auf dem Dorfgemeinschaftstag im vergangenen Jahr wurden erstmals verschiedene Elektroautos ausgestellt, die von den Besuchern auch Probe gefahren werden konnten.

Bei der Auswahl des Renault ZOE habe man insbesondere auf eine bequeme Sitzhöhe und genügend Transportraum geachtet sowie darauf, dass der Gemeindebote häufig ein- und ausstiegen muss. Ganz leise fährt es auch, ob das Nummernschild darauf hinweisen möchte? Könnte sein, aber die Buchstabenkombination bedeutet wohl in erster Linie “Gemeinde Langgöns”.

BU: Gut gelaunt präsentierten Axel Jankowski, Horst Röhrig, Anja Asmussen, Otmar Rücker, Uwe Müller, Thomas Göttig und Christoph Löchel das neue Elektroauto der Gemeinde Langgöns.

Mai 2016 Foto: Rieger - Quelle: Gießener Anzeiger

 

 

Langgöns erhält eine weitere Ladesäule

Ladesäule ist Teil des flächendeckenden Ladenetzwerks der ovag Energie AG

„Jetzt können Elektro-Fahrzeuge bei uns in Langgöns auch an einer zweiten Elektroladesäule öffentlich geladen werden“, kommentierte Bürgermeister Horst Röhrig die Eröffnung der neuen Ladesäule auf der Parkfläche an der Karl Zeiß Halle im Ortsteil Lang-Göns. „Das ist nicht nur ein guter Service für die Besitzer von Elektrofahrzeugen sondern wirkt sich überdies positiv auf die CO2-Emissionen aus.“ Gemeinsam mit Arno Wilhelm, vom Vertrieb des Unternehmens und Umweltberater Uwe Müller eröffnete Horst Röhrig den Elektro-Ladeplatz und zeigte auf, was das Vorhaben für die Bürger vor Ort sowie für Gäste bedeutet. „Elektro-Fahrzeuge müssen nicht mehr unbedingt zuhause geladen werden. Das Laden kann vielmehr auch mit dem Training oder einem Spiel in der Sporthalle oder einem Spaziergang in den angrenzenden Feldern quasi nebenbei erledigt werden“, so Horst Röhrig.

„Wir arbeiten daran, dass Elektrofahrzeuge für unsere Region attraktiver werden und schaffen dafür mit unseren Ladesäulen einen Grundstock“, verdeutlichten die Vorstände der ovag Energie AG, Rainer Schwarz und Joachim Arnold, die Zielsetzung. Nach einer mehrjährigen Testphase mit ausgewählten Elektroladesäulen errichtet die ovag Energie AG bis zum Jahresende in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden ihres Versorgungsgebietes  rund sechzig neue Ladesäulen in der Wetterau, dem Vogelsberg und im Gießener Land. Ziel ist, ein flächendeckendes Ladenetz in der Region Oberhessen zu schaffen. „Es ist uns besonders wichtig, dass die ovag-Ladesäulen ausschließlich mit unserem Ökostrom ovagNatur versorgt werden“, so Schwarz und Arnold.

Die Kosten für die Investition, den Betrieb und die Wartung der Säulen trägt die ovag Energie AG. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Förderprogramms Elektromobilität in Hessen. „Durch die Bereitstellung der Stellfläche für die Ladesäule und vier spezielle Parkplätze seitens der Gemeinde wurde die Errichtung in Langgöns erst ermöglicht“, ergänzte Joachim Arnold.

Zur Abrechnung des getankten Stromes wird die ovag-Ladesäule in das europaweit größte Ladenetzwerk „PlugSurfing“ integriert. Bereits mehr als 60.000 Ladestationen gehören diesem Netzwerk an. „E-Mobilisten können per App oder mit einer registrierten Ladekarte ihr Fahrzeug aufladen“, erklärte Arno Wilhelm die Handhabung. „Aufladen kann man aber auch ohne vorherige Registrierung bei PlugSurfing. Wie das funktioniert, ist auf der Ladesäule beschrieben. Vorteil des Serviceangebots ist das Laden ohne monatliche Grundgebühr, denn es wird pro Ladevorgang nur der jeweilige Verbrauch bezahlt. Zudem ermöglicht eine App, online nach Stationen zu suchen und in Echtzeit nachzusehen, ob die gewünschte Ladestation frei oder belegt ist.“